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Münster

Das Berner Münster ist das bedeutendste spätgotische Gesamtkunstwerk der Schweiz mit reicher spätmittelalterlicher Ausstattung, namentlich Steinplastik, Glasfenster und Chorgestühle. Um 1191 entstand die erste Kirche an der Stelle des heutigen Münsters, ein Apsidensaal. Im 13. Jahrhundert wurde sie durch einen dreischiffigen Bau abgelöst.

Bauherr des Münsters war nicht die Kirche, sondern der Staat Bern, ausserdem der Deutsche Orden, dessen Häuser direkt beim Kirchenbau standen. Im übrigen liessen wohlhabende Berner die Seitenkapellen in Privatfinanzierung errichten: Das Geld schien gut angelegt für Prestige wie Seelenheil, so verdanken sie ihre Existenz einer gutgehenden Metzgerei, einem florierenden Krämerladen oder dem blühenden Handel mit Milchprodukten. 1528 trat die Kirche der Reformation bei.

Die jetzige Kirche wurde 1421 von Matthäus Ensinger aus Ulm begonnen und erst 1893 vom ebenso aus Ulm stammenden neogotischen Architekten August Beyer vollendet (Turm-Obergeschosse). Das Berner Münster ist eine spätgotische dreischffige Basilika mit inkorporiertem Stiftschor und polygonalem Altarhaus. Es fügt sich in die West-Ost-Richtung der Strassen ein und bildet den Hauptakzent des altstädtischen Dachmeeres, dessen Krone der 100 Meter hohe Münsterturm ist.

Besonders hervorzuheben sind das figurenreiche Hauptportal mit der eindrucksvollen Darstellung des Jüngsten Gerichts und im Innern der Kirche der komplett erhaltene Zyklus von Glasmalereien des Chores. Von der Qualität her ist es der wichtigste spätgotische Glasmalereizyklus der Schweiz, der nur mit Königsfelden vergleichbar ist. Von Meister Eberhard Küng stammt eine an der Südseite des Chores um 1500 angebrachte Inschrift mit dem Spruch "Machs na" ("Mach es nach"), ein Zeichen der hohen Wertung von Architekten im ausgehenden Mittelalter.

Das Chorgestühl ist das wichtigste Renaissance Denkmal dieser Ausstattung in der Schweiz. Der "Himmlische Hof" gehört zu den wichtigsten Bildhauerarbeiten zu Beginn des 16. Jahrhunderts in der Schweiz. Dargestellt sind als Brustbilder die Dreifaltigkeit, Maria, Apostel und zahlreiche Heilige. Die Gewölbeausmalung stammt von Niklaus Manuel Deutsch.

Ein knappes Jahrhundert von Beginn des Münsterbaus legte man 1334 den Grundstein für die Plattform in den heutigen Ausmassen. Mitte des 15. Jahrhunderts erreichte man die heutige Höhe. In der Reformation wurde der Friedhof aufgehoben und die Plattform "zum Lust" bestimmt.


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Münster
3001 Bern, Schweiz





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